Hybrid oder „richtiges“ Elektroauto? Fisker Automotive setzt auf die zukunftssichere Lösung
Fisker Automotive bringt mit dem Fisker Karma ein sportliches Hybrid-Fahrzeug auf den Markt, die Finanzierung haben die Greentech-Banker von ThomasLloyd übernommen. Der Hintergrund: So lange die Rohstoffsituation für die Akkus von reinen Elektroautos “in der Schwebe” ist, stellen hybride Lösungen eine attraktive Alternative dar.
Problemfeld Rohstoff-Versorgung: Wie sieht die Zukunft aus?
Moderne Elektroautos, so sie rein batteriebetrieben sind, haben im Grunde ein einziges Problem: die Batterien. Dieses Problem existiert schon länger als 100 Jahre. Die ersten Automobile fuhren vielfach elektrisch, bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurden sogar Elektroantriebe präferiert. Verbrennungsmotoren setzten sich schließlich durch, weil es nicht gelang, Batterien herzustellen, die über genügend Ladekapazität und Sicherheit für lange Strecken verfügten. Daran hat sich bis heute grundlegend nichts geändert. Auch das ist ein Grund für den Erfolg von Hybridfahrzeugen.
Die Batterie eines Autos, die den Fahrzeugmotor antreiben soll, muss einigen Anforderungen genügen. Ihre Energiedichte muss mehr als 140 Watt-Stunden (Wh) pro Kilogramm betragen, die Lebensdauer mindestens drei, besser bis zu zehn Jahre, was 150.000 bis fast 300.000 Kilometern Fahrleistung entspricht. Dazu gehört dann auch eine Zyklenstabilität von bis zu 2000 Vollladezyklen. Lithium-Systeme haben eine hohe Energiedichte, aber Lithium ist als Rohstoff derzeit knapp. Es gibt zwar Studien, die auf eine höhere Verfügbarkeit verweisen, diese Studien belegen aber auch, dass dazu erhebliche Forschungsanstrengungen nötig sind. Daher fahren Hybridautos oft noch mit Nickelmetallhydrid-Batterien. Dennoch setzt man zunehmend auf Lithium, attraktive Ansätze gibt es mit Lithium-Cobaltoxid, LI-Titanat, LI-NI-Cobalt, LI-Eisenphosphat und LI-Schwefel. Eine Variante, an der zur Zeit geforscht wird, ist Lithium-Luft. Diese Batterie hätte eine zehnmal höhere Energiedichte gegenüber beispielsweise LI-Ionen-Batterien, allerdings ist sie derzeit wegen Kurzschlussgefahr noch nicht wiederaufladbar. Es bleibt also dabei, dass an den Batterien weiterhin intensiv geforscht wird, während in den Zwischenzeit Hybridlösungen wie der Fisker Karma das Rennen machen.
Die Partnerschaft von Fisker Automotive mit ThomasLloyd
ThomasLloyd konnte für Fisker Automotive zuletzt drei Millionen Dollar an frischem Kapital akquirieren, mit dem die Entwicklung des Hybrid-Fahrzeuges Karma produktionsreif vorangetrieben wurde. Die ThomasLloyd Group selbst finanziert, daneben warb sie strategische Investoren wie Quantum, Palo Alto Investors, Al Gharrafa Investment und den katarischen Staatsfonds Qatar Investments an. Fachleute bestaunten einhellig die erkleckliche Summe, die Fisker Automotive zur Verfügung gestellt wurde, vor allem angesichts der desolaten Finanzmärkte. Das Potenzial grüner Automobil-Technologien wurde damit jedoch einmal mehr überdeutlich. Auch um öffentliche Gelder aus US-Fördertöpfen bewarb sich Fisker. Drei Millionen Dollar sollen so einem Batteriehersteller zukommen, der für die Aufladung der Elektromotoren im Fisker Karma sorgt.